First Look: Zwei Tennisspieler, sportliche Rivalität, jede Menge Spannung – und ein Kuss, der bei mir Fragen aufwirft.
Tennis scheint sich inzwischen zu einer ziemlich beliebten Kulisse für Geschichten über Rivalität, Leidenschaft und komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen entwickelt zu haben. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man sich den ersten Trailer zu Forty Love anschaut. Der französische Film von Regisseur Pierre-Ange Carlotti, in dem Paul Kircher und Romeo Beckham die Hauptrollen übernehmen, soll Ende November 2026 in Frankreich in die Kinos kommen. Ein deutscher Starttermin steht bislang noch nicht fest.
Und während sich vermutlich ein Teil des Publikums vor allem dafür interessiert, dass Romeo Beckham, Sohn von David und Victoria Beckham, hier sein Schauspieldebüt gibt, hatte ich beim Anschauen des Trailers zunächst ganz andere Gedanken.
Irgendwo zwischen Challengers und Heated Rivalry
Mein erster Gedanke war nämlich: Moment mal, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor! Genauer gesagt fühlte ich mich an eine Mischung aus Challengers und Heated Rivalry erinnert. Allerdings aus durchaus unterschiedlichen Gründen.
Vom filmischen Stil und der Atmosphäre her sehe ich deutliche Parallelen zu Heated Rivalry. Da sind diese intensiven Blicke, die körperliche Nähe, die sportliche Konkurrenz und eine Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren, die offensichtlich nicht allein auf dem Tennisplatz ausgetragen wird. Die Inszenierung vermittelt zumindest den Eindruck, dass hier zwei Männer aufeinandertreffen, die sich gegenseitig herausfordern – und zwar nicht nur sportlich.
Was die Geschichte angeht, musste ich dagegen eher an Challengers denken. Auch dort dreht sich vieles um Tennis, Ehrgeiz, Konkurrenz und Gefühle, die sich nicht unbedingt an die Regeln des Sports halten. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während Challengers durchaus mit homoerotischer Spannung spielte, ohne daraus eine eigentliche schwule Liebesgeschichte zu machen, scheint Forty Love genau eine solche erzählen zu wollen.
Ob daraus tatsächlich etwas Eigenständiges entsteht oder lediglich bekannte Zutaten neu miteinander kombiniert werden, lässt sich nach einem ersten Trailer natürlich noch nicht beurteilen. Aber neugierig macht mich diese Mischung durchaus.
Zwei Rivalen – und offenbar mehr
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der junge Tennisspieler Sacha Gallo, der von seinem Vater auf eine erfolgreiche Karriere vorbereitet wurde. Als ein neuer Konkurrent auftaucht, gerät allerdings nicht nur seine sportliche Zukunft durcheinander. Zwischen den beiden entwickelt sich offenbar eine Beziehung, bei der die Grenzen zwischen Rivalität und gegenseitiger Anziehung zunehmend verschwimmen.
Was mir beim Trailer durchaus positiv aufgefallen ist, ist die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Paul Kircher und Romeo Beckham vermitteln eine Spannung, die für mich funktioniert. Man nimmt ihnen ab, dass da mehr im Spiel ist als die Frage, wer am Ende das entscheidende Match gewinnt. Zumal der Trailer durchaus Szenen zeigt, in denen die beiden offenbar gemeinsam in einem Bett liegen. Dass zwischen ihnen etwas läuft, scheint also keineswegs nur eine Frage interpretierbarer Blicke zu sein.
Allerdings deutet sich ebenso an, dass diese Beziehung alles andere als unkompliziert werden könnte. Besonders ein Satz ist mir dabei aufgefallen: „It’s not my fault you’re fucking in love with me.“ – „Ich kann doch nichts dafür, dass du in mich verliebt bist.“
Das klingt zunächst vielleicht wie eine ziemlich selbstbewusste Feststellung. Im Trailer wird es allerdings mit einer solchen Arroganz vorgetragen, dass von romantischer Zärtlichkeit wenig übrig bleibt. Eher entsteht der Eindruck, dass hier jemand sehr genau weiß, welche Wirkung er auf den anderen hat, und möglicherweise sogar Gefallen daran findet, mit dessen Gefühlen zu spielen.
Ob die beiden tatsächlich unterschiedlich viel füreinander empfinden oder ob hinter dieser Überheblichkeit etwas ganz anderes steckt, wird der Film zeigen müssen. Jedenfalls lassen weitere Szenen auf größere Konflikte und möglicherweise sogar eine dramatische Wendung schließen.
Und plötzlich bekommt auch der Filmtitel eine interessante zusätzliche Bedeutung. Denn beim Tennis steht „Love“ bekanntlich für null. Sollte einer der beiden am Ende mit gebrochenem Herzen dastehen, wäre das in Liebesdingen eine ziemlich ernüchternde Punktzahl.
Ein Kuss, ein Bett und die Frage nach dem Queerbaiting
Trotz der ziemlich deutlichen Hinweise auf eine intime Beziehung hat mich ausgerechnet eine andere Szene stutzen lassen. Bei der einzigen Kussszene im Trailer war ich mir nämlich nicht sicher, ob Romeo Beckham da tatsächlich seinen männlichen Gegenpart küsst – oder vielleicht doch eine Frau.
Durch die Frisur und den gewählten Bildausschnitt wirkt die andere Person auf mich zumindest auf den ersten Blick eher weiblich. Natürlich kann dieser Eindruck täuschen. Aber gerade im Zusammenhang mit den anderen Szenen fand ich diese merkwürdige Uneindeutigkeit bemerkenswert.
Denn einerseits zeigt uns der Trailer zwei Männer, die offenbar miteinander im Bett liegen, und lässt einen von ihnen ziemlich unverblümt über die Verliebtheit des anderen sprechen. Andererseits bleibt ausgerechnet der gezeigte Kuss für mich nicht eindeutig zuzuordnen. Ein interessanter Gegensatz, der mich beim Anschauen durchaus beschäftigt hat.

Und damit sind wir bei einem Begriff, der mir in den ersten Reaktionen auf den Trailer bereits mehrfach begegnet ist: Queerbaiting.
Gemeint ist damit vereinfacht gesagt eine Strategie, bei der mit queeren Andeutungen Aufmerksamkeit erzeugt wird, ohne dass die damit geweckten Erwartungen in der eigentlichen Geschichte wirklich eingelöst werden. Ob dieser Vorwurf bei Forty Love berechtigt sein könnte, lässt sich nach einem einzigen Trailer selbstverständlich nicht beurteilen. Zumal die bereits erwähnten Szenen durchaus darauf hindeuten, dass die Beziehung der beiden Männer eine zentrale Rolle spielt.
Interessant finde ich allerdings, dass diese Diskussion überhaupt schon aufkommt. Offenbar fragen sich auch andere Zuschauer, wie offen und konsequent der Film seine queere Liebesgeschichte tatsächlich erzählen wird.
Andererseits frage ich mich auch, ob wir inzwischen wirklich erwarten, dass uns ein Trailer bereits sämtliche romantischen und sexuellen Verwicklungen auf dem Silbertablett serviert. Muss man wirklich schon vor dem Kinobesuch wissen, wer mit wem im Bett landet, wer wen küsst und wer am Ende mit gebrochenem Herzen zurückbleibt?
Ein bisschen Geheimnis darf doch wohl noch sein. Und vielleicht ist gerade die Frage, wie sich diese Beziehung entwickelt, einer der Gründe, sich den Film überhaupt anzuschauen.
Von Hollywood-Nachwuchs bis zur französischen Filmlegende
Dass Romeo Beckham mit Forty Love sein Schauspieldebüt gibt, dürfte dem Film zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren. Schließlich gehört der Name Beckham zu denjenigen, bei denen man vermutlich nicht lange erklären muss, aus welcher Familie jemand stammt. Mich persönlich interessiert allerdings weniger, wessen Sohn er ist, sondern ob er als Schauspieler überzeugen kann. Und zumindest der erste Trailer lässt erkennen, dass er gemeinsam mit Paul Kircher eine durchaus interessante Dynamik entwickelt.
Wobei wir bei Paul Kircher wären. Der junge französische Schauspieler hat durchaus etwas an sich, das mich aufhorchen beziehungsweise genauer hinschauen lässt. Zugegeben, er ist nicht unbedingt meine Altersklasse, aber das hat mich schließlich noch nie daran gehindert, einen hübschen Mann zu würdigen. Man muss ja nicht gleich die Heiratsurkunde ausfüllen.
Interessant ist allerdings auch, wer sich neben den beiden jungen Hauptdarstellern noch vor der Kamera versammelt hat. Guillaume Canet spielt Sachas Vater und Trainer. Wer jetzt überlegt, woher er das Gesicht kennt: Canet war bereits im Jahr 2000 an der Seite von Leonardo DiCaprio in The Beach zu sehen. Seitdem hat er sich längst als Schauspieler und Regisseur etabliert und war unter anderem in Zusammen ist man weniger allein sowie als Asterix in Asterix & Obelix im Reich der Mitte zu sehen.
Und dann wäre da noch Catherine Deneuve. Ja, tatsächlich: Die Grande Dame des französischen Kinos gibt sich ebenfalls die Ehre. Welche Bedeutung ihr Auftritt für die Geschichte hat, lässt der Trailer noch offen. Allein ihre Beteiligung macht die Besetzung aber schon ein gutes Stück interessanter. Schließlich reden wir hier nicht von irgendeinem Gaststar, sondern von einer Schauspielerin, die seit Jahrzehnten französische Filmgeschichte mitprägt.
Auch Benjamin Voisin gehört zum Ensemble. Insgesamt ist das also durchaus eine bemerkenswerte Besetzung für einen Film, bei dem sich die öffentliche Aufmerksamkeit zunächst vermutlich vor allem auf den Namen Beckham konzentrieren wird.
Ein berühmter Nachname allein macht schließlich noch keinen guten Schauspieler. Aber er schließt einen solchen natürlich auch nicht aus. Und mit dieser Mischung aus Nachwuchstalenten und etablierten französischen Darstellern könnte Forty Love durchaus mehr zu bieten haben, als man nach einem flüchtigen Blick auf die Schlagzeilen vermuten würde.
Und jetzt seid ihr dran: Hier ist der offizielle Trailer zu Forty Love. Schaut selbst, ob ihr meine Eindrücke teilt – und vor allem, was ihr von dieser Kussszene haltet.
Mein erster Eindruck – Spiel, Satz und andere Schweinereien
Hat mich der Trailer begeistert? Nicht unbedingt. Neugierig gemacht hat er mich aber auf jeden Fall. Die Grundidee ist sicherlich nicht neu, und die Vergleiche mit Challengers und Heated Rivalry drängen sich für mich geradezu auf. Trotzdem gefällt mir die Inszenierung, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, und die angedeuteten Konflikte lassen vermuten, dass die Geschichte durchaus noch die eine oder andere Überraschung bereithalten könnte.
Vor allem interessiert mich inzwischen, ob hinter der offensichtlich ziemlich arroganten Fassade von Beckhams Figur mehr steckt als ein gut aussehender Tennisspieler, der sich seiner Wirkung auf andere nur allzu bewusst ist. Denn die entscheidende Frage scheint mir weniger zu sein, ob die beiden körperlich zueinanderfinden, sondern was passiert, wenn aus sportlicher Konkurrenz und gegenseitiger Anziehung tatsächlich Gefühle werden. Und ob beide damit umgehen können.
Ob Forty Love am Ende eine eigenständige queere Liebesgeschichte erzählt oder lediglich auf einer gerade ziemlich angesagten Welle mitschwimmt, bleibt abzuwarten. Eines hat der Trailer jedenfalls geschafft: Ich möchte wissen, wie es zwischen diesen beiden Tennisspielern weitergeht.
Und mal ganz unter uns: Beim Tennis geht es bekanntlich um harte Aufschläge, schnelle Bälle und eine ausgefeilte Technik. Wenn dann noch zwei attraktive Kerle auf dem Platz stehen, deren Blicke gelegentlich länger aneinander hängen bleiben als der Ball im Netz, darf man durchaus auf ein bisschen mehr als nur sportliche Höchstleistungen hoffen.
Ob die beiden am Ende wirklich miteinander spielen oder uns nur ihre Bälle zeigen, bleibt abzuwarten.
Und falls das jetzt jemand zweideutig verstanden hat: Herzlichen Glückwunsch. Genau so war es gemeint.
Forty Love soll am 25. November 2026 in Frankreich in die Kinos kommen. Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bekannt.

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